Vortrag über fair gehandelten Kaffee

Heike Rahn, Bildungsreferentin der Eine-Welt-Station Kulmbach stellte uns ein seit 20 Jahren bestehendes Wildkaffee-Projekt in Äthiopien vor. In der Provinz Kaffa, seit 2010 erstes Biosphärenreservat der UNESCO in Äthiopien, wächst in einzigartigen Bergnebelwäldern, also nicht auf Plantagen, der Wildkaffee der Sorte Arabica. Dieser ist robust gegen Krankheiten, zeichnet sich durch ein einzigartiges, fruchtiges Aroma aus und wurde noch nie züchterisch verändert. Er ist damit besonders wertvoll als Genreserve für die Weltkaffeeversorgung.

Der Vertrieb über den Fairen Handel sichert den Kaffeebauern vor Ort in langfristigen Handelsbeziehungen einen fairen, existenzsichernden Preis. In Verträgen mit örtlichen Kooperativen wird der Erhalt von Gemeinschaftswäldern für den lokalen Holzbedarf zur Verbrennung in energiesparenden Öfen, der Aufbau einer Infrastruktur für nachhaltigen Tourismus sowie Bildung und Wissenstransfer für Kleinbauern geregelt. Mittlerweile stellt die Vermarktung des in den Kooperativen gewonnenen Wildkaffees für 180 000 Menschen in der Region die wichtigste Einkommensquelle dar.

Eine noch größere Wertschöpfung aus den Schätzen ihrer Heimat bleibt den Menschen in der Region Kaffaa, wie auch in vielen anderen Gebieten Afrikas, verwehrt: Die hohen Zölle der EU auf verarbeitete Produkte verhindern, dass der Rohstoff Kaffee vor Ort auch veredelt wird. So erfolgt die Sortierung und Röstung weiterhin in Europa und sichert somit hier Arbeitsplätze, die in Afrika dringend gebraucht würden.

Kontakt

UNESCO-Club Kulmbach-Plassenburg e.V.
Herrn Hartmut Schuberth
(1. Vorsitzender)

Tel.: +49 (0) 9221 – 76 76 0
Fax: +49 (0) 9221 – 90 83 59

Email: schuberth.ku@t-online.de

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